Herbst in Casares

Wir brauchen Gas. Daran führt kein Weg mehr vorbei. Das sommerliche Wetter der letzten Tage verlässt uns. Es wird immer kälter, Regen und Sturm sind vorhergesagt und wir wollen nicht riskieren, unsere Reserve aufzubrauchen. Die nächste Repsol-Tankstelle, die die begehrten orangen Flaschen hat, liegt an der Küste. Schweren Herzens entschließen wir uns spätnachmittags zur Abfahrt aus Benarrabá.

Panorama zum Abschied von Benarrabá

Wir fahren nur wenige Kilometer, da entdecken wir eine Tankstelle, die zwar nicht das Logo des spanischen Marktführers trägt, aber die passenden Flaschen vor der Tür stehen hat. Mit voller Gaspulle an Bord entscheiden wir uns, noch eine Weile in den Bergen zu bleiben. Wir fahren nach Casares in der Sierra Bermeja, auf 450 Metern nicht allzu hoch gelegen und das Mittelmeer in Sichtweite. Eine halbe Stunde Fußmarsch vom Ort entfernt, gibt es einen Parkplatz mit Aussicht auf die umliegenden Berge und die Flugkünste einer großen Geierkolonie.

Casares

Ich werde angesichts des Wetters häuslich, nur einmal in drei Tagen kann Susanne mich zu einem Gang in die kleine Stadt bewegen, deren Häuser sich entlang einer Schlucht an den Berg klammern oder sich, samt Burgruine und Kirche, auf einem Felsplateau versammeln.

Im Zentrum von Casares
Altstadtgasse
Stadtgeier

Hatten wir auf unserer Reise schon einmal eine so „lange“ Schlechtwetterperiode? Den August in Deutschland ausgenommen, können wir uns nicht daran erinnern. Die Heizung läuft fast pausenlos, der Wind lässt unseren Dreiachser schwanken und sintflutartiger Regen offenbart, daß leider immer noch Wasser den Weg in unser Schlafzimmer findet. Ärgerlich. Kommt ganz nach oben auf die To-Do-Liste!

Susanne nutzt die Regenpausen für längere Spaziergänge, erkundet Casares und Umgebung, …

Aufstieg zum Castillo

…  während ich in der warmen Stube ein bißchen arbeite, ein paar Zeilen in diesem Blog schreibe und einige hundert Seiten im „Don Quichote“ vorankomme.  Ansonsten bekochen wir uns gut, geben uns dem Würfelspiel hin und freuen uns über den einen oder anderen guten Film von Toms Festplatte. Und manchmal segelt einer unserer Lieblingsvögel durch eine Wolkenlücke an unserem Wohnzimmerfenster vorbei.

Segelflieger

Schlafplatz: Kostenloser Parkplatz am, zur Zeit natürlich geschlossenen,  Tourismusbüro von Casares, zwei recht anstrengende Kilometer Fußweg vom Städtchen entfernt. Ein Ort, ruhig und in schöner Landschaft, an dem wir uns sehr wohlfühlen.

Parkplatz in Casares

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