Frankreich / Canigou

Gestern haben wir, mit vollem Tank (leider nur Diesel, kein Frischwasser, s.u.), frischer Gasflasche und gefüllten Vorratskammern, die iberische Halbinsel verlassen. Unseren Beschluß, die Pyrenäen auf der Landstraße statt auf der Autobahn zu überqueren, bereuen wir sehr bald. Kaum an der Grenze, schon stehen wir vor dem Grenzort Le Perthus im Stau der Shoppingtouristen aus Frankreich – in Spanien sind Alkohol, Zigaretten, Diesel und Benzin und vieles mehr deutlich billiger als nördlich der Berge.

Und noch ein Grund für Franzosen, in Spanien einzukaufen…

Meine Laune ist mies und bessert sich erst mal nicht. Unglaublich viel Verkehr und das enorm aggressive Fahrverhalten der Franzosen – tatsächlich noch schlimmer als in Deutschland – nerven mich. In Spanien sind die Straßen fast immer leer und die spanischen Autofahrer sind in der Regel äußerst vorsichtig und rücksichtsvoll. Fahren war in den letzten Monaten sehr entspannt.

Und auch das Wetter ist hier „schlecht“. Dunkle Wolken hängen tief über der Landschaft vor den Bergen, es ist heiß und schwül. Daß die Pyrenäen eine Wettergrenze bilden, ist ja bekannt. Gestern und heute wird uns das richtig bewußt. Sonne und Regen wechseln sich ab.

Ob das Wetter weiter nördlich in Frankreich besser ist als hier, wissen wir nicht. Wir bleiben in den Bergen. Und auch in Katalonien, in den Pays catalans, im Roussillon. Nicht weit vom „heiligen Berg“ der Katalanen, dem Pic de Canigou (2784m hoch, oft sogar vom Mittelmeer aus zu sehen), finden wir am Ortseingang des kleinen Dorfes Casteil einen Stellplatz, wie wir ihn noch nicht hatten: inmitten großer Bäume, umgeben von steil aufsteigenden Bergen, mit einem laut rauschen Gebirgsbach als dauerhafter Geräuschkulisse. Und nachts so einsam und dunkel, daß uns Stadtmenschen fast ein bißchen mulmig wird.

Panorama am Übernachtungsort

Heute haben wir, bei anfangs besserem Wetter, die Umgebung erkundet, Susanne deutlich gründlicher und länger als ich. Aber immerhin habe ich mal wieder Geier über den Gipfeln kreisen gesehen. Susanne ist ihnen allerdings um einiges näher gekommen. Aber ob mit oder ohne große Vögel: beeindruckend schön hier.

Massif du Canigou

Schlafplatz: offizieller kostenloser Wohnmobil-Stellplatz in Casteil, einem winzigen Dorf am Ende eines Tales auf ca. 800 Metern Höhe in den Pyrenäen. Keinerlei Infrastruktur, Trink- und Duschwasser (den einzigen Vorrat, den wir nicht aufgefüllt hatten, s.o. – wir müssen noch viel lernen) holen wir uns mit der Gießkanne an einem nahen Brunnen.

Hier haben wir gut geschlafen.

 

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