Unter Geiern

Unser heutiges Fahrziel war Trujillo, eine kleine Stadt knapp zwei Fahrtstunden nordöstlich von Badajoz. Von hier aus wollten wir morgen ins Naturschutzgebiet Parque Nacional De Monfragüe fahren. Da gibt es die größte europäische Geierpopulation und auch der ein oder andere Adler lebt dort. Schon lange vor Antritt unserer Reise ein fest eingeplantes Ziel.

Trujillo ist brechend voll. Autos, Reisebusse und Wohnmobile beparken jeden Quadratzentimeter Asphalt. Irgendeine größere Fiesta macht diesen Ort heute zu einem Besuchermagneten. Für uns findet sich, im Wortsinne, kein Platz. Da die Wetteraussichten für die kommenden Tage eher trüb sind und sich heute Nachmittag ab und zu die Sonne blicken läßt, ziehen wir den Besuch der Vögel vor.

Fahrt zum Parque Nacional De Monfragüe durch die Extremadura

Wunderschöne Strecke in und durch die Berge des Nationalparks. Dort, wo unter anderem der Tajo, der in Lissabon als Tejo in den Atlantik fließt, gestaut wird, ragt ein Felsen empor: der Salto del Gitano. Und hier kreisen sie, große Greifvögel, die wir als Laien natürlich nicht bestimmen können. Enorm beeindruckend ist es auch ohne das Fachwissen, ob wir nun einen spanischen Kaiseradler gesehen haben oder ob unter all den Gänsegeiern auch ein Mönchsgeier war.

Geier kreisen über dem Salto del Gitano
Geier im Flug
Geier beim Sonnenbad
Geier auf Wachposten

Ein nettes holländischer Paar mit ornithologischer Ausrüstung und Sachkenntnis zeigt uns den wahren „Schatz“ in dieser atemberaubenden Natur: auf der gegenüberliegenden Seite des Stausees nisten Schwarzstörche. Und wir dachten, da der Storch hier im Süden der iberischen Halbinsel ja ein „Allerweltsvogel“ ist, wir könnten sie irgendwann mal auf einem Schornstein entdecken. Weit gefehlt! Durch das Spektiv (eine Art Highend-Fernrohr) der freundlichen Ornithologen hätten wir die Federn zählen können. Mein Systemkamera-Tele reicht dafür nicht aus.

Schwarzstorch im Flug
Schwarzstorch gelandet
Schwarzstörche im Nest

Wir verabschieden uns von diesem faszinierenden Ort und wandern zurück zu unserem Auto, das wir, mit viel Glück, einige hundert Meter unterhalb des Aussichtspunktes abstellen konnten.

Blick auf den Salto del Gitano

Es ist spät, wir sind wieder viele Stunden gefahren und wissen noch nicht, wo wir die Nacht verbringen können. Ein Campingplatz am Rande des Naturschutzgebietes kommt wie gerufen. Wir stellen uns ab. Und es beginnt zu regnen.

Schlafplatz: Camping Monfragüe. Ruhig, Bar mit schöner Terrasse, große heiße Duschen, mit 17,00 Euro pro Nacht nicht billig.

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